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Bolivien

 

Nani Morello


Santa Cruz


FETTU in Santa Cruz, Bolivia


From Naniflower to Hexafolia


Potosí * Reloj de Sol



S U C R E * Reloj de Sol



   bolivia1

                                         © Instituto Geografico Militar

          Ich bedanke mich herzlich für die freundlich erteilte Kopiererlaubnis !

 

Zu den Bolivianischen Sonnenuhren kam ich über Nani Morello, der meine Liebesgeschichte über Isis und Ra. die ich im spanischen Sonnenuhrenmagazin Carpe Diem veröffentlicht hatte, so sehr gefiel, daß sie sich einen Horus baute.

   Von Nani Morello sind auch alle meine Bilder von bolivianischen Sonnenuhren, die ich nach und nach hier einstellen werde. Das Copyright aller Aufnahmen liegt bei Nani Morello!

   Bolivien besitzt noch eine Reihe hochinteressanter Sonnenuhren aus der spanischen Kolonialzeit und der Zeit, als die Jesuiten weite Teile Südamerikas beherrschten und sogenannte Jesuitenstaaten aufzogen, bis man sie aus dem Land jagte. In der Mitte ihrer Siedlungsplätze gab es zwei wichtige Objekte: Einerseits war es das Kreuz, und andrerseits war es eine schlichte Sonnenuhr aus Stein, die meist auf einem dicken Pfahl aus Holz aufgestellt war. Hier zunächst eine Karte, aus der ersichtlich ist, welch gewaltige Gebietsflächen die Jesuiten im Gefolge der Spanischen Erobererbanden in Besitz genommen hatten.

 

                        Jesuitenmissionen

 

                   S_Amerika


     San_Rafael

 
Hier ist die wieder aufgebaute Jesuitensiedlung San Rafael - die nachfolgende Karte ermöglicht das leichtere Auffinden. Nani Morello hat die Position der Sonnenuhr blau markiert.

 

       Karte_der_Siedlungen

 

Nun kann ich eine Planzeichnung einer solchen Jesuitensiedlung zeigen und daran anschließend die Position der Sonnenuhr herausvergrößert anfügen.

 

Plan_maestro1

 

                         plan_maestro2

         Bei der Ziffer 3 in der Mitte des Wegkreuzes des Innenhofs steht die Sonnenuhr.

 

                                 Museum_1


Aus dem Museo de la Catedral von Santa Cruz stammt diese leicht beschädigte und verwitterte Sonnenuhr des Mercedarios Ordens. Dieser Orden hat eine noch längere Tradition als die Jesuiten, war und ist aber nicht so militärisch durch-organisiert wie die Jesuiten. Es ist bemerkenswert, daß er ebenso wie die Sonnenuhren der Jesuiten das uralte Trinitätssymbol verwendet. Was für eine bildmächtige Erfindung: Die Zeit kommt von Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist! Und das wird gleich mehrfach vom Steinmetz eingeschlagen! Das wurde dann sicherlich den "bekehrten" Katholiken auch entsprechend erklärt und sie wurden jedesmal, wenn sie auf die Uhr schauten, bewußt oder unbewußt daran erinnert. Der Mercedarios Orden leidet ebenso wie die deutschen Jesuiten am "Morbus Pastoris", das heißt: Auskünfte über Sonnenuhren werden keine erteilt. Es herrscht die jahrhunderte lang gepflegte Haltung vor: "Wir bestimmen, wem wir antworten und wem nicht!", da darf man sich von keinem modischen Internetauftritt der Orden blenden lassen.

 

                                       Museum_2


Nani Morello
hat diese Sonnenuhr nicht nur fotografiert, sondern hat auch eine sorgfältige Abreibung vorgenommen. Das ist bei der Forschung über Sonnenuhren eine vorzügliche Methode, die ich selber gerne pflege und die ich Nani Morello auch empfohlen habe.

Man sieht auf einen Blick den Vorteil gegenüber dem Foto: Da braucht es kein Streiflicht, das sonst dem Fotografen hilft, Details zu erkennen!

                                  Von der Naniflower zur Hexafolia


Das ist nun wirklich eine spannende Geschichte!

Am Anfang stand die schlichte Frage von Nani Morello, nach ihrer Forschungsreise zur Sonnenuhr der Jesuitenmission in San Juan, was denn das für ein Zeichen sei, das gleich dreimal auf der Sonnenuhr von San Juan vom Steinmetz eingeschlagen war, das auch bei der Sonnenuhr des Mercedarios-Ordens im Museo de la Catedral von Santa Cruz vorkam und noch bei anderen Missions-Sonnenuhren Boliviens. Ich benannte fürderhin dieses Zeichen nach der Fragestellerin "Naniflower".

 

                    flor incisa

 

                              SU_San Juan

 

              SU_San Juan2               SU_San_Juan3

 

    Nun, ich gab Nani Morello zunächst die Antwort, daß ich meine, es sei ein Trinitätssymbol, das aber sicherlich eine ältere vorchristliche Tradition habe und wie so viele christliche Symbole einfach umgedeutet, also mit neuem christkatholischem Bedeutungsgehalt versehen wurde.    Danach begann ich, Erkundigungen einzuholen. Das war gar nicht so einfach, wie ich mir das anfänglich vorgestellt hatte.

   Wenig ergiebig erwies sich beispielsweise und unter anderem ein Benediktinerpater aus dem Kloster Metten bei Deggendorf, der mir von meinem Freund Hannes als Symbol-Spezialist benannt und von ihm befragt wurde. Auch evangelische Pastoren hier in Norddeutschland wußten nicht viel.  

   Ein zweiter Nachforschungsstrang waren die Sonnenuhren in Spanien. Ich dachte mir, daß doch sicherlich noch Sonnenuhren in Spanien aus dem 18. Jahrhundert mit diesem Symbol vorhanden sein müßten, denn die Patres haben ja ihren Erfahrungsschatz für das Geschäft der Christianisierung der Heiden mit nach Amerika genommen. Ich mailte einige spanische Sonnenuhrfreunde persönlich an und schickte, als das kein Ergebnis brachte, auch eine Anfrage in die Carpe Diem Mailingliste. Nun, ich war arg enttäuscht, weil überhaupt kein nützlicher Hinweis für mich einging. Daß ich einfach die Falschen gefragt hatte, stellte sich erst später heraus. Es war für mich allerdings schon erstaunlich, daß auch der Präsident der katalanischen Sonnenuhrgesellschaft mit meiner Frage nichts anzufangen wußte, ich jedoch später bei Conxita Bou von der Katalanischen Sonnenuhrengesellschaft auf großes Interesse stieß, von ihr vorzügliche Auskünfte erhielt und wir gemeinsam die Forschung fortsetzten. Doch dazu später!

 

Nun verfolgte ich erst einmal meine Trinitäts-Symbol-Vermutung weiter, vermutete anfänglich daß dieses Zeichen mit dem Christusmonogramm-Zeichen verwandt sein könnte und kam im Internet auf die ganz vorzügliche Seite http://www.claustro.com von Juan Antonio Olañeta Molina. Wiewohl seine Internetseiten in 3 1/2 Jahren 1,8 Millionen Besucher hatten, antwortete mir Herr Olañeta aus Katalonien mehrfach sehr freundlich und ausführlich. Er war aber der Meinung, daß es keine direkte Verbindung von meinem Zeichen zum Chrismon-Zeichen gäbe. Es gibt viele Christusmonogramm- Varianten. Das Zeichen hier links oben habe ich mir aus seiner Webseite ausgeliehen.

Wikipedia erklärt das Christusmonogramm so:

ChrismonDas Christusmonogramm ΧΡ, auch Chi-Rho oder Konstantinisches Kreuz genannt, (älter: Christogramm), ist nach dem Kreuz und dem Fisch (griechisch ICHTHYS ἰχθύς [keine Verknüpfung mit Wikipedia!]), das am häufigsten verwendete Symbol für Jesus Christus, besonders in der Spätantike. Die Laute "Ch" und "R" werden im Griechischen durch die Buchstaben Χ (Chi) und Ρ (Rho) repräsentiert, die mit den lateinischen Buchstaben X und P optisch identisch sind.
Zum christlichen Symbol wurde das Christusmonogramm, weil die Ligatur ΧΡ die ersten beiden Buchstaben des Wortes Χριστός ("Christus") verbindet, es ist also eine Abkürzung des Wortes Christus.

 

       Asin1

                                               © Juan Antonio Olañeta Molina

 

                   Asin2

                                       © Juan Antonio Olañeta Molina

   Seit ich auf Juan Antonio Olañetas exzellentem Foto eines romanischen Portals auch meine "Naniflower" entdeckt habe, suche ich alle romanischen Kirchen danach ab und wurde erst kürzlich in Girona bei Barcelona im Kunstmuseum fündig, als ich im Saal 1 auf dem ersten Objekt, das ich in dem Museum überhaupt betrachtete, einen Stein aus der Kirche von Sant Marti Sacosta aus dem VII. Jahrhundert mit meiner "Naniflower" entdeckte und mich unbändig darüber freute.   

   Ein zweiter Glücksfund ereignete sich auf dem Kirchengelände von St. Martin in Otterstedt, 25 km von Bremen entfernt. Ich hatte mich dort intensiv um die beiden Sonnenuhren und die mechanische Kirchturmuhr gekümmert - siehe dazu meine Artikel aus den DGC-Mitteilungen Nr. 110, Sommer 2007:

 Heino Bergstedt aus Otterstedt oder Die Sonnenuhren und die Turmuhr von St. Martin in Otterstedt in Niedersachsen und

LA RELIQUIA RECUPERADA Y SU RÉPLICA    -  Carpe Diem Septiembre 2007

   Als ich die wunderschönen, neu aufgestellten alten Grabsteine auf dem aufgelassenen Friedhofsgelände inspizierte, blieb ich bei einem wie angewurzelt stehen: Das darf doch nicht wahr sein! Eine "Naniflower" auch im niedersächsischen Otterstedt! Ich fertigte gleich eine sorgfältige Steinabreibung an!

 

         Nfl_Otterstedt

 

                      Nfl_Otterstedt_Grabstein

   Ich habe in der Zwischenzeit weitere Nachforschungen über dieses Zeichen angestellt und es auf einer Abbildung einer sehr alten byzantinischen Kirche in Athen entdeckt.

 

             Byzantin_Kirche_Athen

 

                    Dekor auf Athener Kirche

 

Ein ganz besonderer Fund war für mich, als ich auf der kleinen Webseite http://www.discoverislamicart.org/  diese muslimische Gußform mit der "Naniflower" entdeckte:

Islamische Gussform

Gussform
AH 4.-5. Jahrhundert / AD 10.–11. Jahrhundert
Umayyaden von al-Andalus, Zeit des Kalifats

Staatliches Archäologisches Museum
Madrid, Spanien
 

Von Ibn al-Khatib wissen wir, dass der Schmuck der nasridischen Adligen aus purem Gold bestand und mit Edelsteinen wie Rubinen, Chrysolithen und Smaragden sowie Perlen besetzt wurde. Die Frauen einfachen Standes trugen wenig ausgearbeiteten, seriell hergestellten Silberschmuck.

> Weitere Informationen

Der Schmuck: Reichtum, Prestige und Schutz
Statussymbol

Schmuck wurde von den Muslimen seit jeher geschätzt. Männer schmückten damit ihre Gewänder und Turbane, gelegentlich übernahmen sie den weiblichen Brauch, Ohrringe zu tragen. Dennoch waren die hauptsächlichen Schmuckträger Frauen, die unabhängig von ihrem sozialen Stand Schmuck zur persönlichen Zierde nutzten. Der nasridische Autor Ibn al-Khatib berichtet von dem Wettkampf rivalisierender Frauen in Granada, die sich in der Kunst des Schmückens mit Juwelen und Gewändern gegenseitig überboten: „[Sie] haben es heutzutage leider mit ihrem Putz, ihrer Schminke und Prahlerei sowie ihrem Verlangen nach reichen Stoffen und Schmuckstücken soweit getrieben, dass es eine Zügellosigkeit ist.“ 

 

   Das war nun wirklich ein schöner Fund für mich! Conxita Bou ist dabei, unter anderem in einem Madrider Museum Nachforschungen zu versuchen. Es stellt sich die interessante Frage: Haben wir es hier mit einem Transfer eines auch von Christen verwendeten alten Symbols zu tun, was durchaus plausibel wäre, wenn man sich die interessante Kulturgeschichte der Mauren auf iberischem Gebiet vor Augen führt? Es sei an dieser Stelle ein kleiner historischer Exkurs aus der discoverislamicart-Webseite eingeflochten:

 

Spain - A.D. 900 - 1100
A.D. 928
Bobastro taken and the rebel ‘Umar ibn Hafsun defeated.
A.D. 929
'Abd al-Rahman III establishes the Caliphate of Córdoba.
A.D. 985
First of series of retaliatory raids lead by al-Mansur against the Christian kingdoms of the north, lasting until 1002.
A.D. 1031
Abolition of the Caliphate of Cordova.
A.D. 1086
Almoravid invasion following the Christian conquest of Toledo. Almoravid victory at the Battle of Sagrajas or Zallaqa (Badajoz).

 

   Spannender fände ich es allerdings, wenn sich im Laufe der Nachforschungen eine maurische Tradition belegen ließe. Ich will an dieser Stelle ein Blumenbild einfügen, das mir Conxita Bou zugeschickt hat, mit dem aufgezeigt werden kann, daß all diese Zeichensymbole natürlich keine "creatio ex nihilo" sind, sondern immer auch einen realen Grund und Ausgangspunkt haben.

 

                        6_petals

 

   Ich hoffe sehr, daß uns auch noch der Nachweis einer Verbindung dieses Hexafolia-Zeichens, wie meine privat so bezeichnete "Naniflower" in der Wissenschaftssprache heißt,  gelingen möge. Der Mercedarios-Orden hat, wie mir Conxita Bou berichtete, seine Wurzeln in Barcelona und Katalonien. Von da aus wurde auch Südamerika missioniert. Sehr interessant waren für mich die Abbildungen neuerer Sonnenuhren aus Katalonien, die keinen religiösen Bezug zu haben scheinen, die mir Conxita Bou zuschickte. Ich will drei davon hier vorstellen.

 

      CB_1015

                                Les Oluges, Segarra (Foto: J. Sánchez Leal)

Dies ist - wie Conxita Bou schreibt - derzeit die einzige Sonnenuhr in Katalonien mit Hexafolia-Zeichen, die an einer Kirche zu finden ist.   

 

      CB_1196

                          Argentona, Maresme (Foto. E. Farré i Olivé)


       CB_1243

                          Riudarenes, Selva (Foto: M. Dalmau i Bàguenas)

 

Von Martha A. Villegas V. habe ich die Abbildung eines romanischen Taufbeckens aus einem Museum in Madrid erhalten, auf dem ebenfalls Hexafolia- Symbole zu sehen sind:


      Madrid

 

Am 16. XII. 2007 hat mir Massimo Forni aus Italien dankenswerterweise einige wirklich vorzügliche Fotos von Sonnenuhren aus İstanbul zugeschickt. Darunter war auch das Bild einer der Sonnenuhren der Yeni Câmii (1597-1663 erbaut), das mich sofort wegen zweier Details sehr entzückte! 

 

          Yeni Camii

                        Herzlichen Dank an Wikipedia für das Bild der Moschee!

                      http://tr.wikipedia.org/wiki/Resim:Yenicamii_01447_Nevit.jpg
 

Erstmals hatte ich eine muslimische Sonnenuhr mit gleich zwei Hexafolia- Zeichen vor mir!

 

Yeni_SU Detail 

                            Detail aus einem Foto von © Massimo Forni!

 

Yeni_SU 

Die ganze Sonnenuhr - ein Ausschnitt aus einem Foto von © Massimo Forni

Ich danke Massimo Forni sehr herzlich für die freundlich erteilte Nutzungserlaubnis seines Fotos!

 

Eigentlich hätte ich ja auch selber drauf kommen müssen, denn ich habe seit längerer Zeit das einzigartig schöne Buch Osmanlı Güneş Saatleri, Kültür Bakanlığı Yayınları, Ankara, 1990, von Prof. Dr. Nusret ÇAM. Aber man muß schon sehr genau hinsehen, um auf dem kleinen Foto und den beiden Linienzeichnungen die Hexafolia-Zeichen zu erkennen!  

               Zeichnung

Diese wunderschöne Linienzeichnung stammt von © Nusret ÇAM und ist auf den Seiten 35 und 82 seines oben genannten Sonnenuhrenbuches zu finden.
Nun hoffe ich natürlich noch mehr muslimische Sonnenuhren mit der Naniflower/ Hexafolia zu finden!

Prof. Nusret ÇAM schickte mir auf meine Nachfrage hin noch eine sehr interessante Information zu:


Dear Reinhold Kriegler,

Thank you so much for your informative letter. The hexafolia sign, or magen david, David's shield is very common in Islamic arts, architecture and objects, and its history goes back as far as the Umayyeds, that is mosaics of the Dome of the Rock which was built in 691.

The Muslims, as far as I know, did not use this form in sundials except one of the Yeni Cami Mosque, Istanbul. The writings between the hexafolias are name of the master Rıdvan and its date of 1074 Higra (A.D. 1669). I have no idea and information that this sign and the writings are directly connected symbolically. I think this form is very good for filling the space on the right and left sides, bacause of its shape showing one quarter of 24 hours of a day, and resembling the magen David.

Thank you also for your interest in tha Fafih Mosque.

Regards

Nusret Çam



Ich möchte gern auf den vorzüglichen Aufsatz von Herrn Prof. Dr. ATİLLA BİR verweisen:

Principle and Use of Ottoman Sundials

http://www.muslimheritage.com/topics/default.cfm?ArticleID=942

 



Auch in Norditalien bin ich fündig geworden! Wenn ich die Copyright-Frage geklärt habe und die Abbilderlaubnis bekomme, dann möchte ich auch sehr gern einige feine italienische Sonnenuhren mit der Naniflower respektive Hexafolia hier einstellen! 



Doch vorher geht es erst 'mal in die Schweiz!

 

Da gibt es seit 2007 ein ganz besonderes Haus, das Atelierhaus für Linard Bardill! Es liegt in Scharans im Kanton Graubünden. Entdeckt habe ich es in der Zeitschrift archithese, Heft 6.2007. Ich war hellauf begeistert! Nicht nur weil es innen und außen über und über mit Hexafolia-Zeichen bedeckt ist, sondern weil von dem Haus ein ganz besonderer Reiz ausgeht. Ich fand rasch die Webseite des Architekten und darin erste Informationen über das Haus. Ich mailte das Architekturbüro an und fragte nach, ob ich für meinen Hexafolia/ Naniflower- Link zwei bis drei Bilder verwenden dürfte. Die Antwort kam prompt und in einer wirklich bemerkenswert abweisenden Art. Ich will das hier in voller Länge einstellen, weil es nicht nur ein echtes "Kontrastprogramm" zu einem nachfolgenden Email bildet…

 

Sehr geehrter Herr Kriegler
 
Vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Arbeit.
Das Haus ist fertiggestellt und steht, so zu sagen, im öffentlichen Raum.
Es ist daher erlaubt und sogar recht einfach, es zu fotografieren.
Ausserdem ist das Atelier jeweils Freitags öffentlich zugänglich, kann daher auch von innen fotografiert werden.
Viel Spass beim Besuch in Scharans!
 
Freundliche Grüsse
NN

 

Das Haus ist also als Atelier für den Schweizer Linard Bardill entstanden, der mit den Attributen Liedermacher, Autor, Geschichtenerzähler und Bauherr im Internet vorgestellt wird. Daß er sehr viel mehr ist, wird einem schnell klar, doch da möchte ich Sie lieber selber auf Entdeckungsreise schicken:

 

http://www.bardill.ch/


Linard BardillIch hatte, nachdem ich mein Mail an das Architekturbüro abgeschickt hatte, auch noch per Email den Herrn Bardill um Erlaubnis zur Nutzung von Bildern aus seiner Homepage gebeten, allerdings keine großen Erwartungen gehegt, daß ich da je eine Antwort bekommen würde, weil er beruflich ein wirklich voll ausgelasteter Mann ist … Doch alles ging ganz rasch! Das Architekturbüro hatte sogar noch einmal nachgefragt, aber auch beim zweiten Durchgang gab es kein Bildnutzungsangebot.


Um 0:23 Uhr, zur Geisterstunde also, kam dies an:

 Das können Sie gerne machen, ich würde einfach gerne etwas mehr über ihre Rosettenfilosofie erfahren, fasnd es aber nicht. Wo kann ich da etwas vertiefen, das ich vielleicht noch gar nicht weiss? Gruss Linard Bardill

 

Das fand ich nun wirklich sensationell!

 

Ich habe mir also sehr dankbar drei Bilder ausgesucht, wohl wissend, daß ich damit nicht viel von diesem Haus „einfangen“ kann, aber doch ausreichend, um zu zeigen, wie das ganze Haus mit diesen Zauberzeichen eingehüllt und auch durchdrungen ist. Die Innenaufnahmen möge sich ein Jeder einfach auf Linard Bardills Webseite anschaun – oder meinetwegen auch hinfahren, denn am Freitag nachmittag darf man zur Zeit sogar noch nach innen gehen! Also noch einmal: http://www.bardill.ch/

 

          Atelierhaus_1

                                    © Linard Bardill, http://www.bardill.ch/ 

 

          Atelierhaus_Bardill_2

                                © Linard Bardill, http://www.bardill.ch/

 

           Atelierhaus_Bardill_3

                                  © Linard Bardill, http://www.bardill.ch/

 


 

Nani Morello hat mir eine Antwort zu ihrer Hexafolia-Anfrage aus China weitergeleitet, die ich jetzt einmal ungeschützt und ungeprüft – in der Hoffnung auf weitere „Ernte-Erfolge“ im Wortlaut hier einstellen möchte.


<academy@chinashaolins.com> escribió:
...

That is a kind of water lily, which grows out from mud but it very pure. In Buddhism, it represents the highest level, Holly, or people with a vast knowledge of Buddhism.

Martial arts academy



I T A L I E N 

 

Die Fotos von Sonnenuhren mit Hexafolia-Zeichen verdanke ich meinem Sonnenuhr-Freund Lucio Maria Morra und dem großen Fotografen Davide Dutto, mit dem er seit vielen Jahren intensiv zusammenarbeitet. Ich habe erstmals von beider Zusammenarbeit durch das wunderschöne Buch "Segnali di tempo" (Siehe auch "Buchempfehlungen"!) erfahren, das mir Guido Tonello geschenkt hat.
Ich bitte die Leser und Nutzer von ta-dip unbedingt das Copyright von Lucio Maria Morra und Davide Dutto zu respektieren und diese Bilder ohne vorherige Erlaubniseinholung nicht weiter zu nutzen!


In diesem Buch finden sich auch zwei Sonnenuhren mit Hexafolia-Zeichen.

Auf Seite 97 ist aus dem Ort Piasco eine zauberhafte Sonnenuhr von 1790 zu sehen, mit italischen, französischen und babylonischen Stunden sowie zwei Naniflower-Zeichen.

 

Piasco 1790

                                                       Foto: © Davide Dutto


Auf der Seite 102 des Buches "Segnali di tempo" ist eine Sonnenuhr aus dem Ort Valmala aus dem Jahr 1869 mit drei Hexafolia-Zeichen abgebildet.

 

          Valmala_1

                                                       Foto: © Davide Dutto

 

          Valmala_2

                                                     Foto: © Davide Dutto


Lucio Maria Morra hat in dem kleinen Bergdorf Bellino zahlreiche alte Sonnenuhren restauriert und diese Sonnenuhren-Restaurierungen vorzüglich u. a. auf seiner Webseite dokumentiert. http://www.luciomariamorra.com/bellino-i.html Aus diesem Großprojekt entstanden ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Davide Dutto das Buch „Le ore serene die Bellino", ein kleiner Führer zu den Sonnenuhren "Bellino Solare", sowie wohlfeile Postkartensets. Siehe dazu wieder meine Buchempfehlungen beziehungsweise HIER!


Auf zwei Sonnenuhren aus Bellino ist das Hexafolia-Zeichen aufgebracht, einmal als Linienzeichnung und nachfolgend als Konstruktionszeichnung.

                             LMM_078

 

 

http://www.luciomariamorra.com/opere/LMM-078-i.html

 

              LMM_78_d

            LMM_078_b

 

            LMM_123b

 

 

http://www.luciomariamorra.com/opere/LMM-123-i.html

 

              LMM_123_c


            LMM_123_d

Respekt, Respekt, bei solchem Ausgangsbefund so ein Ergebnis wie oben hinzuzaubern!!!

 



Ich habe den Bereich "Von der Naniflower zur Hexafolia" an dieser Stelle in den Sublink "From Naniflower to Hexafolia" ausgegliedert, um den Nutzern von ta-dip einen leichteren Zugang zu dieser Forschung zu ermöglichen. Ich möchte die bisherigen Ergebnisse im Bolivien-Link belassen. Sie können aber die gesamte Geschichte mit allen nachfolgenden Updates nun unter dem nachfolgenden Link weiter verfolgen:

From Naniflower to Hexafolia

  


Santiago de Chiquitos

 

Die erste Forschungsreise zu den Missionssonnenuhren führte Nani Morello nach Santiago de Chiquitos. Die Sonnenuhr ist eher notdürftig auf einem gemauerten Brunnensockel gelagert und mit groben Eisenzwingen befestigt. Es wäre sehr zu wünschen, daß diese Sonnenuhr in der richtigen Neigung an einer schönen Holzsäule aufgestellt werden könnte. Vielleicht findet sich ja in der Zukunft ein spendabler Sponsor, der die sicherlich nicht übermäßig hohen Kosten übernähme und so diese Sonnenuhr wieder zum Leben erwecken würde und damit auch dem Ort ein wichtiges historisches Zeit-Zeugnis zurückgeben würde.

Santiago_de_Chiquitos

 

                       Santiago 1

 

                       Santiago 2


 


Samaipata

 

 

"Samaipata, in Quechua language means "rest in the heights", is located 120 km away from Santa Cruz.   It is a jumping off - point for a visit to El Fuerte, the most eastern of several Pré-Inca fortifications. From here you can head to Las Cuevas, where natural swimming holes flanked by gorgeous waterfalls give way to a variety of walking trails. The area is perfect for short and long hikes and horseback riding, or just having a pleasant break to poke around and explore the old Spanish Colonial route from Santa Cruz to Sucre and Cochabamba." N. M.

 

 

Samaipata1   samaipata

Fotos: ©Nani Morello


 

 


Die Sonnenuhr von El Salao

Der kleine Ort El Salao hieß früher Buen Retiro. Diese Sonnenuhr aus dem Jahr 1933 strahlt einen besonderen Reiz aus. Bei uns in Deutschland hätte man da vermutlich längst rumgekratzt und "kunstvoll" restauriert. Wie schön zu sehen, daß es auch anders geht und daß man zuläßt, daß diese Sonnenuhr in Würde altert. Diana Kempff hat in ihrem Beitrag "Der Besucher" in dem Buch "Stadtbesichtigung", Eine Münchner Anthologie, Herausgegeben von Herbert Wiesner, Schneekluth Verlag 1982 das Gegenteil beschrieben:

 

"...Könnte man doch die Schminke abwaschen, Regen und Schnee reichen dafür nicht mehr aus, die neue Haut, die man ihr angepaßt hat, verspricht Resistenz gegen Verfallserscheinungen jeglicher Art, der Anstrich in Rosa, Ocker und Weiß verheißt Verläßlichkeit, die er eher als betulich empfindet. Alles scheint darauf ausgerichtet, Sorglosigkeit vorzuspiegeln..."

 

Nichts von alledem bei der Sonnenuhr in El Salao/ Buen Retiro! Möge sie noch sehr lange unbehelligt so vor sich hinaltern!

Lat.: 17° 35' 27''

Long.: 62° 52' 29''

 

El_Salao_1

        Buen_Retiro_2

 

 

El_Salao_3

 


Buen_Retiro_4

 

                    El_Salao_5

 

Alle Buen Retiro- Fotos: ©Nani Morello


 



San Rafael

Nani Morello hat die Sonnenuhr auf der Jesuitenmission San Rafael am 21. Juni 2006 untersucht. Ich habe den Lageplan zwischen San Rafael und dem nachfolgenden Santa Ana eingefügt.

San Rafael_1

 

San Rafael_2  San Rafael_3

 

                San Rafael_NM           San Rafael_6

 

San Rafael_4

 


Jesuitensiedlungen





Santa Ana

Nani Morello hat die Sonnenuhr in der Jesuitensiedlung Santa Ana am 22. Juni 2006 untersucht.

Santa Ana_1

 

Santa Ana_2    Santa Ana_3

 

          Santa Ana_4              Santa Ana_NM

 

                  Santa Ana_Catalogo

 

                  Santa Ana_6

 



Asociación de Astronomía Santa Cruz
:
http://www.astrocruz.org/ 

 

Am 14. September 2008 ist in der Zeitung EL DEBER < http://www.eldeber.com.bo/   > in der Sonntagsbeilage "EXTRA" ein schöner Bericht über die neu gegründete Astronomische Vereinigung "ASTROCRUZ" in Santa Cruz erschienen. 

Den gesamten Artikel können Sie hier als PDF-Datei abrufen: Astrocruz. Sueños con infinito

El artículo completo podemos  verlo aquí:  Astrocruz. Sueños con infinito

 



Reloj de sol ecuatorial, Casa de la moneda, Potosí



With special thanks to Nani Morello for having sent this image to me!


The beautiful equatorial sundial – probably taken from a mission – can be seen now in the court of Casa de la moneda – 3860 meters above sea level!

Altura sobre el nivel del mar:       3860 mts.

Coordenadas:         Latitud          19° 35´ 18´´  Sur

                                 Longitud        65° 45´ 14´´  Oeste

Fecha de restauracion:                1940

Cuadrante original:                       en el Museo.

Fecha del cuadrante original:      1773


© Nani Morello



© Nani Morello




© Nani Morello



© Nani Morello




© Nani Morello





© Casa de la Moneda -Potosí

 

Do not miss to watch this nice little YouTube-film!Reloj de sol ecuatorial, Casa de la moneda, Potosí, Bolivia http://www.youtube.com/watch?v=Jn2Xvl7AG84





I always fail to post a YouTube message for a film which I like!





Bild1 wurde von TripAdvisor zur Verfügung gestellt






© http://www.bolivian.com/cnm/guia3.html 


A worldwide absolutely rare case!

It is the only Miss-election worldwide which

takes place under a sundial!!


Do not miss to have a look at all these many beautiful women from Potosí!

 



©Presentación de las candidatas a Miss Potosí 2010

http://img260.imageshack.us/img260/6638/imagen007vb.jpg

… and they also show the 2011-competition if you click on the magazine image…

Proclamación de la Miss y Señorita Potosí 2011

La señorita Potosí es Nayda Martinez Cabrera, cuenta con 24 años, es profesional en ingeniería comercial y salió bachiller del colegio María Auxiliadora, su estatura es de 1.68 mts. y sus medidas son 90 – 60 – 90!

But besides all these beauties do not forget the beauty of the sundial!








A funny detail
:

European men obviously were very much interested in
Bolivia’s Beauties! After I had sent the following message to the Italian Sundial Mailing list within three days there were 123 visitors at this link!!
And this special interest continues till then...


gnomonicaitaliana@yahoogroups.com

Mi 07.09.2011 10:35

Cari amici – dear friends!

 

Enrico del Favero’s message about the equatorial sundial from Potosí/ Bolivia deserves a little remark!

A worldwide absolutely rare case!

It is the only Miss-election worldwide which

takes place under a sundial!!

Besides this funny detail I also present a beautiful YouTube – film about this sundial within my link

http://www.ta-dip.de/sonnenuhren/sonnenuhren-aus-nah-und-fern/s-ue-d-a-m-e-r-i-k-a/b-o-l-i-v-i-e-n.html

 

Scroll down to the very end!

 










GSA-Rundschreiben 15/ 1997, Seite 11f. Abschrift des Texts, der auch noch von den Loske-Sonnenuhren im Dresdener Mathematisch-Physikalischen Salon handelt.Dr. sc. Dr.-Ing. Dietmar M. Richter: "Bolivien – Reise zu den höchsten Sonnenuhren der Welt…"


Vor einem Jahr weilte ich zu Gastvorlesungen in Bolivien. Schon auf der Anreise nach Potosi entdeckte ich in SUCRE die erste Sonnenuhr. Die zweite fand ich in der Moneda, der alten spanischen Münzprägestätte in POTOSI (Foto).

 
In LAJA, auf der Fahrt von La Paz zur Ruinenstätte von Tiwanaku, stand einsam auf dem weiten Plaza die nächste Sonnenuhr. Laja liegt ca. 50 km südlich des Titicaca-Sees.


Mit der Sonnenuhr von SAMAIPATA ist schon eine Geschichte verbunden. Ein Jahr nach meinem Bolivienaufenthalt sandte mir eine befreundete Familie das Foto.
Nach einem Vortrag über Sonnenuhren sandte mir ein Zuhörer ein Foto von einer Sonnenuhr in Chucuita. Das liegt in der Nähe des Titicacasees, südlich von Puno in Peru.

Alle Uhren sind von gleicher Machart und stammen aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Orte liegen zwischen rund 16 bis 19 grad südlicher Breite. Zwei Drittel des Jahres steht mittags die Sonne im Norden. Nur wenn auf der Südhalbkugel Sommer ist, scheint die Sonne mittags aus dem Süden. Sonnenauf- und -untergang ist wie bei uns im Osten bzw. Westen. Ist man dort, so ist die nördliche Mittagssonne gewöhnungsbedürftig.Der Äquator geht steil nach oben, nur eben 16 bis 19 Grad südlich am Zenit vorbei. Die Zifferblätter aller Uhren liegen in der Äquatorebene. Der Schattenstab muß dann immer senkrecht dazu stehen, ist aber oft verbogen. Die Breitenangaben auf den Uhren stimmen fast mit den kartographischen überein. Dennoch ist es bemerkenswert, daß auch heute noch unterschiedliche Werte auf bolivianischen und englischen Karten ablesbar sind.Die einheitliche Machart läßt auf eine einheitliche Schule schließen: In Sucre hat sich ein Artillerieoffizier auf der Sonnenuhr verewigt. Vielleicht war es die Artillerieschule, die für die Einheitlichkeit sorgte. Vor 150 Jahren waren Peru und Bolivien noch ein einheitliches Land."

Es wäre interessant, herauszufinden, ob es irgendwelche Belege für diese Vermutung von Herrn Richter gibt. Ich denke eher, daß die Einheitlichkeit der Sonnenuhren mit den Jesuitensiedlungen in Verbindung gebracht werden muß.

Siehe dazu meinen umfangreichen Link über Buenaventura Suarez:

P A R A G U A Y

 




 

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