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Mohammad Bagheri

   trooping the colour

Wenn Gäste aus dem Ausland zu mir kommen, dann wird erst einmal bei Sonnenschein "Trooping the Colour" geübt. Die Wahrscheinlichkeit ist nämlich in Bremen ziemlich groß, daß der Himmel am Besuchstag bewölkt ist oder daß es gar regnet. Dann ziehe ich das Sonnenfoto heraus und zeige, wie die Begrüßung eigentlich gedacht war...

 

               Mohammad Bagheri

           Mohammad Bagheri aus Teheran zu Besuch in der Kopernikusstraße

 

      im Focke_Museum

Das Bremer Focke-Museum hat im Gerten einige exquisite ortsfeste Sonnenuhren. Im Schaumagazin werden die tragbaren Sonnenuhren präsentiert, bei denen M. B. ins Grübeln geriet.

Im Bremer Schnoorviertel gibt es einen schönen kleinen Laden, in dem Papiermodelle verkauft werden.

 

      Papierladen

  

                         im Schnoor

 

   Hier erstand Mohammad Bagheri einige Mappen. Zu Hause in Teheran wurde eines der Bücher von ihm zu einem Buch mit Karton-Sonnenuhren für persische Breiten und in persischer Sprache umgewandelt. Er hatte in dem Laden für eine ordentliche Summe Geldes eingekauft und beim Bezahlen vorsichtig nachgefragt, ob es einen kleinen Rabatt gäbe. Dies wurde reichlich uncharmant und für mein Empfinden barsch abgelehnt. Ich schämte mich. Es wäre ein Leichtes gewesen, da einen kleinen symbolischen Nachlaß zu gewähren. Das Geschäft wäre daran sicherlich nicht zugrundegegangen aber es wäre eine atmosphärisch schöne Erinnerung geblieben und mit nach Persien gegangen. Aber sie kriegen es einfach nicht hin, die Bremer Pfennigfuchser!

 

                        Sonnenuhrenbuch

 

     Kennengelernt habe ich Mohammad Bagheri übers Internet. Ein englische Sonnenuhrfreund berichtete über das Projekt einer analemmatischen Sonnenuhr in Rasht und sehr bald gab es im NASS Compendium von M. B. einen kleinen Artikel darüber und auf den Seiten von Carl Sabaski wurde die Sonnenuhr auf dem Link "Sundials of the World" vorgestellt. Je mehr ich über dieses Projekt erfuhr, desto mehr wuchs der Wunsch, darüber einen eigenen Artikel zu schreiben. Das geschah zunächst für die DGC-Mitteilungen Nr. 93, Frühjahr 2003: Rasht - Keimzelle einer neuen iranischen Sonnenuhren-Blüte? Das Fragezeichen am Ende erwies sich von Ende 2007 aus betrachtet durchaus als weise Vorsicht!





Mohammad Bagheri
hatte sich über diesen Artikel sehr gefreut und auch die Mädchen aus der Sonnenuhren-Arbeitsgemeinschaft in Rasht. Für die und nur für die hatte ich ja eigentlich meinen Artikel geschrieben, um sie zu ermutigen und anzustacheln, Sonnenuhren zu bauen und über die Sonnenuhren die Vielfalt der Welt zu erfahren:

"So ist wiederum in Rasht am 27. September 2002 unter dem Dach der Astronomischen Gesellschaft THAQIB eine Sonnenuhren-Arbeitsgemeinschaft gegründet worden. Zumeist junge Schulmädchen studieren die Geschichte der Sonnenuhren unter mathematischen, astronomischen und künstlerischen Aspekten. Sie wollen in der Zukunft Sonnenuhren an verschiedenen Orten der Provinz Gilan bauen. Dazu bedarf es neben dem jugendlichen Feuer und der Begeisterung für die wunderbare Sache des großen Gebietes der Sonnenuhren vor allem aber auch eines langen Atems und großer Zähigkeit bei der Realisierung von Vorhaben."

     Ich hatte ja auch insgeheim gehofft, daß mir mal eine von denen ein Email schicken würde, aber es kam leider nichts... Und doch habe ich später von Mohammad Bagheri erfahren, wie nützlich sie meine CD fanden, die ich erstellt hatte, und wie oft die vervielfältigt wurde und zu den Behörden mitgenommen wurde, wenn sie Unterstützung für ein Vorhaben brauchten.

Mohammad Bagheri hatte mich auch gebeten, für ihn eine Englischfassung meines DGC-Artikels zu schreiben, weil er nicht Deutsch spricht. Als dann eines Tages ein Taschenbuch mit dem Titel Guilan-E-Ma bei mir eintraf, war die Freude groß: Mein erster Artikel in Persischer Sprache!

     François Pineau hat die Rasht-Geschichte ins Französische übertragen und sie in seine Webseite eingestellt: http://perso.orange.fr/cadrans-solaires/monde/rasht/rasht.html . Dieselbe Geschichte wurde auch bei Cadran Info in der Septemberausgabe 2007 publiziert.

 

   Nun wird es aber Zeit, zu zeigen, wie es zu dieser Sonnenuhr kam, die Mohammad Bagheri berechnet hatte und bei deren Einmessung er kräftig mitwirkte:

 

 M B links

rasht

rasht8

rasht

rasht11

 

rasht10

 

   Mohammad Bagheri hat zu dieser Sonnenuhr ein Gedicht geschrieben, dessen Übersetzung ins Englische auch von ihm ist:

 

On the sunny days,

I say: "Make benefit of the moments,

Do not stop drinking [wine]!"

 

On cloudy and rainy days,

I say with my silence,

"The sun still exists!"





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Aber nun mal ehrlich, lieber Mohammad! Hand aufs Herz: 

1 Sonnenuhr und 1 Sonnenuhrbuch und 1 Gedicht...

Meinst Du nicht, daß das nach Fortsetzung auf allen Gebieten ruft?

Dein




 

 

 

Seit dem Iranischen Neujahrsfest Nowruz 2009 gibt es in Rasht eine neue äquatoriale Sonnenuhr!

 

          Rasht1

 

          Rasht2

 

          Rasht3

   Photos by Soraya Daryadel, an active member of the Sundial Study
   Group SAYEH
,

   a branch of Sagheb Astronomical Society.

         

          Rasht inauguration

 

          Rasht_ sundial  inauguration

                 The last two photos were taken by Mohammad Bagheri's wife Nepton.

      

 


Salam,
You can see the photos of sundials taken by Prof. J. L. Berggren during his recent visit to Iran here:

https://picasaweb.google.com/len.berggren/IranSundials

 

 

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