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Schloß Niederpöring

     
           Titel

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Am 16. Dezember 2008 war ich nach 60 Jahren wieder im Schloß Niederpöring! Die ersten fünf Jahre meines Lebens bin ich in Niederpöring aufgewachsen und wir haben im zweiten Stock des Niederpöringer Schlosses gewohnt. Ich war sehr dankbar, daß mir der Verwaltungsbeamte aus seinem Büro im zweiten Stock so freundlich erlaubte, kurz in all die wunderschön restaurierten Räume des zweiten Stockwerks schauen zu dürfen. Was für eine kluge und weise und weitschauende Entscheidung, daß die öffentliche Hand dieses Schloß erworben und gründlich saniert und einer guten Nutzung zugeführt hat!

 

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"Das einstige Hofmarkschloß in Niederpöring liegt verträumt in einem Park an der Isar und ist heute stilvolle "Herberge" für die Verwaltung der Gemeinden Oberpöring, Otzing und Wallerfing.

Der Adelssitz ist seit dem 12. Jh. nachweisbar, um 1690 ließ Freiherr Franz Ignaz von Pinzenau unter Einbeziehung älterer Bausubstanz das Schloß neu erbauen."

 

Witzig fand ich, daß einer derer von Pinzenau Ritter des Deutschen Ordens war und einer meiner Vorfahren, der Jorge Chriegler 1293 als Deutschordensritter zu Wien belegt ist.

 

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                                                 Kriegler Wappen

 

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Die Baugeschichte dieses Schlosses ist sehr wechselhaft. Das Aussehen des Schlosses hat sich über die neun Jahrhunderte hinweg sehr verändert, die Besitzverhältnisse waren mannigfaltig und keinesfalls immer von adeliger Natur.

 

Das Büchlein "Schloß Niederpöring, Verwaltungssitz und Baudenkmal, herausgegeben von der Verwaltungsgemeinschaft Oberpöring", gibt darüber vorzüglich Auskunft.

 

     Buechlein vom Schloss

 

Michael Wening hat eine Ansicht des Schlosses - wohl vor 1700 - ebenfalls in Kupfer gestochen.

 

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Scan aus dem Büchlein Schloß Niederpöring, Verwaltungssitz und Baudenkmal. Die auf Seite 23 in der Bildunterschrift angegebene Jahreszahl von 1723 bezieht sich wohl auf die Veröffentlichung des Drucks durch Wenings Nachkommen, da dieser schon 1718 in München verstarb. Sehr lesenswert sind darin unter anderem die von Johannes Mollitor verdienstvoll präsentierten Angaben zu "Niederpöring in der Landesbeschreibung des Michael Wening" auf den Seiten 52-55!

Michael Wening (* 11. Juli 1645 in Nürnberg; † 18. April 1718 in München) war Hofkupferstecher bei Kurfürst Ferdinand Maria von Bayern.
Der Nürnberger Metzgerssohn Michael Wening ist seit 1666 in München nachweisbar und floh 1668 wegen einer Vaterschaftsangelegenheit aus seiner Heimatstadt nach München. Er arbeitete bei Hofe zunächst vor allem als Fourier. 1669 wurde er zum Hofkupferstecher, 1680 zum kurfürstlichen Ritterstubenportier ernannt. Dieses kleine Hofamt verpflichtete nur zu wenig tatsächlichem Dienst."
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Wening  

 

Sehr lesenswert sind die Ausführungen von Alois Renner zu Michael Wening, die ich sehr empfehlen möchte:

„Täglich zwei Maß Bier und zwei Laib Brot waren das Honorar für den Kupferstecher Michael Wening (1645-1718)"

Quelle: http://home.mnet-online.de/aloisrenner/aloisrenner/aloisrenner/wening.html  

 





Tekturplan von 1903. Quelle: Gemeinde Otzing



 

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                              Blick vom Schloßpark hinunter auf die Isar


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Als das Schlößchen vor der Restaurierung 1987/88 noch in einem wenig ansehnlichen Zustand war, war es sicherlich angebracht sich ein wenig hinter Bäumen und Sträuchern zu verstecken. Doch jetzt, da alles so vorzüglich neu gestaltet ist, sollte man sich ernsthaft überlegen, wenigstens die jüngeren Gehölze wegzunehmen und so feine Sichtachsen auf das Schloß auch von der Isarseite her zu schaffen! Es gilt ja nicht nur die Eingangsseite mit der Freitreppe schön zu präsentieren!

 

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Blick aus zwei Schloßfenstern auf die Parrkirche St. Bartholomäus und auf die Isar

 

Bei der Restaurierung des Schlosses wurden zahlreiche meist zerbrochene Geschirr-Scherben gefunden, die nun sorgfältig wieder zusammengefügt im Erdgeschoß in einer Vitrine ausgestellt sind.

 

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Geradezu genial finde ich, wie Georg Schmid es vermocht hat, die überaus wechselvolle Geschichte des Schlosses vom 10. bis zum 20. Jahrhundert auf einer einzigen Seite zusammenzufassen! Aus "Niederpöring im Wandel der Zeit":


    
       auf der Freitreppe

                           Auf der Freitreppe am 16. Dezember 2008...


            vor dem Eingangsportal

                                   ... und vor dem Eingangsportal

 

         Jetzt noch einige Ansichten vom Schloß vom anderen Isarufer aus gesehen:

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Philipp Apian:











Schloß Niederpöring im Mai 2013





Die Pfarrkirche St. Bartholomäus der Pfarrei Niederpöring
Fotograf: Donaulustig [Konrad Lackerbeck]. Unbeschränktes Nutzungsrecht ohne jegliche Bedingungen für jedermann („public domain“, „gemeinfrei“)







Das Kriegerdenkmal in Niederpöring

 

An prominenter Stelle unmittelbar vor dem heutigen Eingang zum Schloßareal rechts neben einem mächtigen alten Baum steht das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des ersten und zweiten Weltkriegs der Gemeinde Niederpöring. Die Inschrift des ursprünglich für die Opfer des ersten Weltkriegs errichteten Denkmals lautet: "Den tapferen Helden der Pfarrgemeinde Niederpöring". Im Sockelbereich hat man für die Gefallenen des zweiten Weltkriegs neue Namensplatten eingefügt.

 

 

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Das Denkmal ist schön gestaltet und zeigt einen Soldaten, der sich um einen gefallenen Kameraden kümmert. Das Areal ist gepflegt, man hat zur Weihnachtszeit auch einen Christbaum dazugestellt. Im Laternen-Gefäß stand bei meinem Besuch am 15. XII. 2009 ein ausgebranntes Öllicht. Ich habe es durch ein neues Licht ersetzt. Es gelang mir aber nicht, es zu entzünden, weil ein frischer Wind wehte, der mir immer wieder die kleine Flamme ausblies, ehe ich das Türchen schließen konnte. Vielleicht kommt einmal ein lieber Mensch bei Windstille vorbei und zündet mein Öllämpchen an.

 

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Wenn man die Namen der Gefallenen von oben nach unten durchliest und sieht, in welch jungen Jahren sie ihr Leben lassen mußten, dann kommt man schon sehr ins Grübeln. Was wäre es für ein Segen für die Gemeinde gewesen, wenn es keine Kriege gegeben hätte und all die Männer sich in Niederpöring hätten entwickeln und verwirklichen können!

Ein Name hat mich besonders berührt, der Name meines Vaters Rudolf Kriegler (27. I. 1908 - 18. I. 1944). Er war Lehrer in Niederpöring.

 

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  Mein Vater Rudolf Augustinus Kriegler am Cello seines Streichquartetts





                

                                      Rudolf und Maria Kriegler


Ich war immer noch auf der Suche nach Details zum Kriegerdenkmal in Niederpöring: wann es errichtet wurde und wer die wirklich gute Plastik geschaffen hat.

Dankenswerterweise hat mir Herr Otto Schmid (Schmidmühle Niederpöring) am 15. 12. 2011 ein Fax zugeschickt, mit zwei Seiten aus dem Buch „Niederpöring im Wandel der Zeit“ von Georg Schmid; 1996. Darin enthalten war ein sehr detailreich geschilderter Bericht über die Enthüllung des Kriegerdenkmals am 29. Juni 1921 und über die Fahnenweihe. Ich danke Herrn Otto Schmid herzlich für die sehr freundliche Unterstützung! Nun hoffe ich, daß es mir noch gelingt, etwas über diesen Prof. Franz Drechsler (Richtig geschrieben: Drexler) herauszufinden, der vermutlich das Denkmal geschaffen hat, wie aus der nachfolgend eingefügten kopierten Seite aus "Niederpöring im Wandel der Zeit" hervorgeht. Gern würde ich auch Fotos der beiden Fahnen des Veteranenvereins von 1883 und 1967 hier einstellen und von der vormaligen Gedenktafel für die Gefallenen des Ortes.

              Kriegerdenkmal-Enthüllung und

Fahnenweihe des Veteranen- und Kriegervereins




Den sehr detailreich und liebevoll geschilderten Bericht vom 30. Juni 1929 habe ich  HIER  als PDF-Datei eingestellt, weil er sich so am Bildschirm bequem vergrößern und somit leichter lesen läßt.
© Georg Schmid, Niederpöring im Wandel der Zeit


           

...

Mit dieser guten Ausgangsbasis habe ich gleich selber weitergeforscht und dieses feine Drexler-Portrait gefunden. Niederpöring kann sich also glücklich schätzen, ein Werk dieses Künstlers zu haben und sollte es hegen und pflegen und vor allem auch den Namen Franz Drexler in Ehren halten!



                               


Quelle:
http://www.geschichtsverein-deggendorf.de/docs/gbl_07/gbl_07_129_138_heimatmuseum_osterhofen.pdf  


Der Bildhauer Professor Franz DrexlerAm 6. Oktober 1857 wurde Franz Drexler als Sohn des Kaufmanns Johann Baptist Drexler in Osterhofen geboren. Sein Elternhaus stand am Stadtplatz 14. Er hatte neun Geschwister. Seine Schwester Maria heiratete Johann Baptist Mäusl von Niederaltaich, der dann hier die Drexler'sche Handlung` weiterführte.  

Von seinem Vater, der ein kunstbegeisterter Mann, Altertumsforscher und sogar Künstler aus Liebhaberei war, erhielt Franz die ersten Anregungen für seinen späteren Beruf. Bereits in der Volksschule zog er als guter Zeichner und Schnitzer die Aufmerksamkeit von Lehrern und Mitschülern auf sich.   1872 begann er eine handwerksmäßige Bildhauerlehre in München, besuchte daneben die Akademie und eignete sich eingehende Kenntnisse der alten Kunst und ihrer Stile an. Im wesentlichen blieb er Autodidakt: „Was Drexler wurde, verdankte er nicht der Akademie, es erwuchs aus eigener kraftvoller Persönlichkeit, aus echter niederbayerischer Eigenwilligkeit". (Segl, S. 82) 

Im Anschluß an die Akademiezeit unternahm Drexler zahlreiche Reisen. Nach der Rückkehr beteiligte er sich an mehreren Künstlerwettbewerben. Bereits 1889 wurde sein Entwurf zum Wittelsbacherbrunnen in München preisgekrönt. Auch bei weiteren Wettbewerben um Denkmal- und Brunnengestaltung wurden seine Entwürfe prämiiert bzw. mit ersten Preisen und der Ausführung ausgezeichnet.   1904 schuf er die Metopen für das Volkstheater, 1906 entstand sein Hauptwerk - die klassische Figur der Pallas Athene. Dieses Standbild der griechischen Göttin der Weisheit für die Maximiliansbrücke in München wurde aus Muschelkalk gearbeitet und ist 5,60 m hoch. „Sie ist neben der Bavaria Schwanthalers und von Millers ein zweites Wahrzeichen des Münchner Ostens geworden." (Segl, ebda.)   

In seiner Heimatstadt Osterhofen entwarf und gestaltete Franz Drexler das Kriegerdenkmal und 1912 den Luitpoldbrunnen aus Treuchtlinger Marmor. „Der im modern gefühlten Barock gehaltene Brunnen wird gekrönt von einem reizvollen Knaben, der eine schwere Garbe trägt und so den reichen Getreidesegen versinnbildlicht, der die Gegend um Osterhofen auszeichnet.“  

Franz Drexler betätigte sich auch als Porträtist; er schuf zahlreiche Büsten bekannter Persönlichkeiten. Das Schwergewicht seines Schaffens jedoch lag im Bereich der kirchlichen Kunst. Hervorzuheben sind die zehn mächtigen Fassadenfiguren für St. Margareth in München-Sendling, der Christus im Grabe im Bürgersaal, ein Friedensaltar und der Hochaltar zu Ruderting bei Passau, ferner Altäre und Statuen in Köln, Frankfurt/Main, Bonn, Mainz und Heilsberg in Ostpreußen.     

Nicht zuletzt sei die bedeutende Grabmalskunst genannt, die im Schaffen des Künstlers breiten Raum einnahm. In Osterhofen gestaltete er das Grab der Familie Drexler-Mäusl. Mehrere Werke der Kleinplastik schließlich führen die Vielseitigkeit seines Schaffens vor Augen und zeugen von feinem Humor.   Am 6. 1. 1918 wurde Franz Drexler zum Königlichen Professor ernannt. Er starb am 13. Juni 1933 in München. Seine Heimatstadt Osterhofen ernannte ihn zum Ehrenbürger.

Quelle: „Statt Osterhoffen“, 1378 – 1978.








Wie dieses vormals feine Denkmal von Prof. Franz Drexler nunmehr aussieht, habe ich in den neu geschaffenen Link "Franz Drexler" eingestellt!



 

                     Niederpoering im Wandel der Zeit

 
   

Dieses mannigfaltige und ungeheuer reichhaltige Niederpöringer Heimatbuch verdanke ich dem freundlichen Hinweis von Herrn Rudolf Heißenhuber, der mir gegenüber der ehemaligen Schule auch sagte, daß es vom Herrn Georg Schmid geschrieben worden sei und daß ich bei dessen Bruder Johann Schmid in der Schmidmühle nachfragen könne, wie und wo ich es bekommen könne. Daß dies ein ungemein wertvoller Hinweis für mich wurde, habe ich kurze Zeit später bei der Familie Schmid erfahren dürfen!

 

                Die Niederpoeringer Muehlen

 

Schmidmuehle

Ja und dann bin ich also zur Schmidmühle gefahren, habe Herrn Johann Schmid zusammen mit seinem Sohn Otto Schmid im Sägewerk angetroffen und wurde von Frau Theresia Schmid, die das Niederpöringer Buch für mich herausgesucht hatte, zu einer wunderschönen vorweihnachtlichen Kaffeezeit mit guten Plätzchen eingeladen. Ich habe eine Seite aus dem Buch, die meinen Vater betraf, fotografiert und dann kam auch noch der Autor des Buchs, Herr Georg Schmid aus Deggendorf zufällig dazu, der mir kurze Zeit später ein für mich sehr kostbares Foto von meinem Vater und meiner Mutter aus dem Jahr 1941 zuschickte. Ich durfte mir das Niederpöring-Buch mit nach Bremen ausleihen. Im Januar rief mich Herr Johann Schmid aus Niederpöring an und wir unterhielten uns sehr schön am Telefon. Er lud mich ein, daß ich wieder vorbeischauen dürfte und daß er mir dann auch die Mühle zeigen wolle, die ich sehr gern angeschaut hätte.

 

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Doch dann erhielt ich gestern, am 17. Januar 2009 die traurige Nachricht, die mich sehr schockte, daß Herr Johann Schmid verstorben sei.

 

Ich beschloß nun sofort

                                In memoriam Johann Schmid

 

diese Niederpöringer Geschichte aufzuschreiben.

 

 

           Johann Schmid am 16. Dezember 2008 im Sägewerk

                   Johann Schmid am 16. Dezember 2008 im Sägewerk

 

    Saegewerk der Schmidmuehle         

                                Das Sägewerk-Gebäude der Schmidmühle von außen

 

                                Firstziegel-Hahn

 

An solchen kleinen Details kann man mitunter ablesen, was recht verstandene Traditionspflege bedeutet, was Kultur ist. Solche Hähne aus Ton fanden sich früher oft als Abwehrzauber gegen Blitzschlag auf den Firsten von Scheunen und ich habe mich sehr gefreut, als ich diesen Hahn auf dem schmucken Sägewerksgebäude entdeckte. Kultur-Pflege zeigt sich bei der Schmidmühle auch, daß Herr Schmid die Mühle, als sie nicht mehr rentabel zu betreiben war - es sind ja alle Mühlen in der Gegend stillgelegt worden - die Mühle nicht einfach abgerissen hat, sondern sie hinter den Mauern des Mühlengebäudes erhalten hat und das Gebäude auch außen schön renoviert hat. Ich hoffe sehr, daß ich einmal die Geschichte dieser Schmid-Mühle hier ein wenig darstellen kann.

 



Das Grab von Johann Schmid, der sich, als ich ihn am 16. XII. 2008 besuchte, von einer Sekunde auf die nächste ohne jegliche Vorbereitung daran erinnerte, daß er bei meinem Vater in die Schule gegangen sei, was mich tief bewegte. Der damals fast 80 Jahre alte Johann Schmid erinnerte sich spontan sogar noch an den Vornamen meines Vaters.

 

          Grab der Familie Schmid

 

          Grabinschrift fuer Johann Schmid





Ziemlich genau ein Jahr später kam diese wunderbare Gelegenheit, die Schmidmühle von innen anschauen zu dürfen. Frau Theresia Schmid hatte mir noch einmal versichert, daß ich die Mühle besichtigen dürfe. Am 18. Dezember 2009 brachte mich Rudolf Heißenhuber zum Schmid-Anwesen und Otto Schmid begann auch gleich seine Mühlen-Führung. In vier Ebenen sind sämtliche Gerätschaften und die gesamte, vielfältige Anlage sorgsam aufbewahrt!

 

Was mich hier besonders faszinierte ist die Tatsache, daß die Mühle als seltenes kulturelles Zeugnis einer lang andauernden Mühlen-Tradition unter sehr erheblichen finanziellen Mitteln und unter großem Arbeitseinsatz von Otto Schmid für die Nachwelt hier vor Ort und nicht in einem Bauernhofmuseum erhalten wird. Wie schön, daß diese Mühle nicht wie so viele andere abgerissen wurde!

 

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Ich will mit dieser Sammlung von Fotos aus der Schmidmühle keineswegs ein Lehrstück aufzeigen: So funktioniert eine Wassermühle!, sondern mein Anliegen ist es, mit diesen Impressionen von meinem Gang durch die Mühle, von diesem absolut faszinierenden Ort zu berichten.

 

Ich habe schon diverse Windmühlen unterschiedlichen Alters von innen besucht. Dies war meine erste Wassermühle. Der unbestreitbare Vorteil der Wassermühle ist: Man kann das beständig fließende Wasser des Mühlbachs heutzutage für die Stromgewinnung nutzen, was auch bei der Schmidmühle geschieht.

 

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                  Otto Schmid

 

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Die nachfolgenden Aufnahmen von der Instandsetzung des Mühlengebäudes nach einem schweren Unwetterschaden verdanke ich Rudolf Heißenhuber, der mir die Fotos von Herrn Otto Schmid besorgt hat.

 

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Nun geht es vorbei am schönen neuen Bildstock am Ufer der Isar noch einmal zurück in den Ort Niederpöring. Niederpöring verlor bei der unseligen "Gemeindereform" die Eigenständigkeit und wurde verwaltungsmäßig nach Oberpöring eingemeindet.

Die Bürger der Gemeinde wehrten sich erfolgreich, daß wenigstens der Name des Orts nicht verschwand, sondern in den Postanschriften erhalten blieb.

 

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Ich hoffe sehr, daß es gelingen möge, dieses sehr schöne alte Holzhaus vor dem Verfall zu bewahren und gut zu restaurieren - wie das ja auch beim Schloß so vorbildlich gelungen ist. Es ist ein Schatz und keinesfalls ein altes Graffl!

 

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               Das ehemalige Schulhaus (Aufnahme Dezember 2009)

 

Vater_und_Mutter_1941

 

Dieses für mich sehr wertvolle Foto hat mir Herr Georg Schmid geschenkt. Es zeigt die Schülerinnen und Schüler der Niederpöringer Schule. Links in der vierten Reihe ist meine Mutter Maria Kriegler. Rechts in der vierten Reihe ist mein Vater Rudolf Augustinus Kriegler zu sehen. Unmittelbar neben ihm in der fünften Reihe steht Johann Schmid, der sich 67 Jahre später sofort an meinen Vater erinnerte, was mich sehr berührte!

 

Schulleiter in Niederpoering 

 

Diese wunderbare Liste und die nachfolgende Aufstellung verdanke ich Herrn Georg Schmid, der sie für seine ausgezeichnete Ortschronik "Niederpöring im Wandel der Zeit" erarbeitet und veröffentlicht hat. Ich bedanke mich sehr herzlich dafür!

 

Niederpoeringer Schule

 

 



In dem Band "Deggendorfer Geschichtsblätter", Veröffentlichungen des Geschichtsvereins für den Landkreis Deggendorf, Heft 30/ 2008 ist auf den Seiten 45 bis 86 ein Aufsatz von Hans-Heinrich Vangerow mit folgendem Titel veröffentlicht:

 

Die ungarischen Ochsenherden als Basis der süddeutschen Fleischversorgung - Aus der Mautrechnung von Niederpöring vom Jahr 1588

 

Aus ihm läßt sich unschwer eine sehr wesentliche Bedeutung von Niederpöring als Handelsplatz für ungarische Viehherden Ende des 16. Jahrhunderts ableiten. Gleichermaßen darf vermutet werden, daß sich dabei auch Abgaben und Einkünfte, direkter und indirekter Nutzen für die Besitzer von Schloß Niederpöring ergaben, die ja über beträchtlichen Landbesitz um das Schloß herum verfügten. 1492 kam es zu einem Besitzerwechsel durch die Brüder Erasmus und Lamprecht von Seiboldsdorf, 1598 wird Friedrich von Pinzenau Erbe - „für Niederpöring eine glückliche Zeit", wie Georg Schmid in seinem Buch „Niederpöring im Wandel" schreibt. Das ist also genau die Zeitspanne, in der Niederpöring als Marktplatz so große überregionale Bedeutung hatte.

 

"4. Zusammenfassung Die vom Plattlinger Mautner Sigmund Haybeckh für das Jahr 1588 erstellte Amtsrechnung über den in Niederpöring eingehobenen Brückenzoll ist nicht nur ein äußerst aufschlußreiches wirtschaftsgeschichtliches Dokument. Es gestattet auch Einblicke in damalige Gepflogenheiten und örtliche Gegebenheiten. Dabei ist es erstaunlich, daß nun gerade Niederpöring als bisher einzig bekannter Ort Schauplatz für sieben Viehmärkte mit der Haupthandelsware ungarische Ochsen war, beginnend am 26. Mai (Pfingsten) und endigend am 29. September (Michaeli). Innerhalb von nur 25 Wochen wurden dort im Jahr 1588 133 Herden mit 15 744 Ochsen und 27 Kühen vermautet, deren 44 uns als Eigner benannte Personen aus 14 Orten Niederbayerns, Oberbayerns, Schwabens und Württembergs stammten. ...

 

Ungarische Ochsenherde 1913 Verlag Divald, Budapest

 

... Abschließend muß nun noch auf den eigentlichen Zweck eingegangen werden, warum die 15 744 ungarischen Ochsen damals auf einem so langen Landmarsch nach Süddeutschland gebracht wurden. Ihre Beschaffung war namentlich für die städtische Bevölkerung als Fleischlieferanten geradezu lebensnotwendig. Geht man von einem Lebendgewicht der Rinder von um die 500 kg aus, so lieferte ein Mastochse von gut fünf Doppelzentnern gewöhnlich bis zu 280 kg Fleisch. Unserer Berechnung wollen wir aber nach Bewältigung der sehr langen Triebstrecken im Durchschnitt nur eine 250 kg Fleischliefermenge zuerkennen und dies erst nach einer mehrwöchigen Erholungszeit. Da der alljährliche ProKopf-Verbrauch an Fleisch um die Wende des 16. zum 17. Jahrhundert an 210 üblichen Fleischtagen bei 50 kg, an Ochsenfleisch bei 40 kg lag, konnten die 15 744 Ungarn-Rinder mit ihrer für den menschlichen Verzehr verwertbaren Fleischmenge von knapp 4000 Tonnen rein rechnerisch den Bedarf von annähernd 100 000 Menschen decken. Dazu kamen andere Bestandteile der Tiere als wichtige Grundstoffe für manche Handwerksbetriebe..."




Und außerdem:

                 
  

 

http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/JOM_153_0069-0076.pdf







Am 25. IX. 2010 hat Gabriele Schwarzbözl in der Osterhofener Zeitung einen Artikel mit dem Titel "Aus Bremen der Heimat Niederpöring auf der Spur" veröffentlicht. Sie schreibt darin eingangs:

 

Niederpöring/Bremen. In Sachen Heimatgeschichte ist im Internet auch über Niederpöring einiges zu erfahren – sogar aus dem fernen Bremen: Reinhold Kriegler, pensionierter Grundschullehrer in Bremen, hat die ersten fünf Jahre seiner Kindheit im Schloß Niederpöring verbracht, ehe er nach Deggendorf und später in den Nordwesten Deutschlands zog. Jetzt, im Ruhestand, hat er die alte Heimat wieder besucht und seine Spaziergänge im Internet dokumentiert.



Sie können den ganzen Artikel  HIER  einsehen!








Nachfolgend stelle ich vier Seiten aus dem wunderbaren Buch von Georg Schmid "Niederpöring im Wandel der Zeit" ein:


       
  

                 


     

Für alle vier Seiten: © Georg Schmid, Niederpöring im Wandel der Zeit





 




Dieses Blatt wird gegenwärtig bei eBay für 95 Euro angeboten!

http://www.ebay.de/sch/i.html?_nkw=niederp %C3%B6ring&clk_rvr_id=615273529538&adpos=1t1&MT_ID=43&crlp=23850613374_109&device=c&geo_id=33421&keyword=niederp%C3%B6ring&crdt=0







                 
http://www.moesslang.net/niederpoering_kriegerdenkmal.htm







 

Wie schade, daß die Besitzer des Niederpöringer Schlosses keine Sonnenuhr bestellten. Beim Oberpöringer Schloß gab es einst eine!




 

Schloß Ober Pörring”, aus : Beschreibung des Churfürsten- u. Hertzogthumbs Ober- und Nidern Bayrn. Rentamt Landshut. – Gericht Landau, 1723

von Michael Wening (1645-1718)




 

 

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