Clavius Christoph
Die Jesuiten waren seit jeher geschickte Propagandisten in eigener Sache. So ist es ganz amüsant zu erfahren, daß mit dem Portrait von Christoph Clavius auch ein anderer jesuitischer Mathematiker dekoriert wurde. Es handelt sich also offenbar um den Versuch so etwas wie das Bild eines archetypischen Jesuiten-Gelehrten zu schaffen, das nach Bedarf auch mit anderen Namen verknüpft werden konnte.
„Das Porträt von Clavius existiert in zwei praktisch identischen Varianten in Rom und in Graz. Laut Unterschrift zeigt jedoch das Bild in Rom den jesuitischen Mathematiker Christoph Clavius (1537 - 1612), das Bild in Graz den ebenso bekannten und bedeutenden jesuitischen Mathematiker Paul Guldin (1577 - 1643). Das Bild von Clavius ist nach Auskunft von Dr. Andreas Pechtl (Mainz) ein Kupferstich von Francesco Villamena (1566 - 1624) von guter Qualität und vermutlich authentisch."
Während der Clavius auf dem älteren Kupferstich noch weit grimmigere Gesichtszüge trägt, hat man ihn in dem Ölgemälde im Orbansaal zu Ingolstadt in der Barockzeit zu einem freundlichen älteren Herrn mit Bart hingeschönt.
Clavius-Darstellung im Orbansaal zu Ingolstadt aus: Kurt Scheuerer - Materialsammlung zur Geschichte von Ingolstadt.
Wikipedia führt über Christoph Clavius aus:
Christophorus Clavius (*1537/38 in Bamberg; † 1612) war Mathematiker und Jesuitenpater des 16. Jahrhunderts. Von seinen Zeitgenossen als der "König der Mathematiker" genannt, wurde vor allem durch die von ihm ausgearbeitete Kalenderreform berühmt - dem nach Papst Gregor XIII. benannten Gregorianischen Kalender. Nach ihm ist das Clavius-Gymnasium in Bamberg und der Mondkrater Clavius benannt.
Von Wolfgang Volk gibt es eine sorgfältig
aufbereitete Seite in Deutsch und Englisch:
Gedenktafel für Christoph Clavius in
Bamberg (Deutschland) /
Commemorative plaque for Christoph Clavius in Bamberg (Germany)
http://www.w-volk.de/museum/plaque14.htm
[Wird fortgeführt]